Der digitale Wandel beginnt nicht mit Technik, sondern mit uns selbst!

Digitalisierung und der damit einhergehende Wandel bzw. die Gestaltung von beidem, sind eine Frage des Mindsets und erst danach eine Frage der Technologie.

Die technologische Perspektive auf die Veränderungen von Gesellschaft, Politik und Bildung ist eindimensional und von ökonomischen Interessen motiviert. Tatsächlich ist der technologische Fokus den formale Bildungseinrichtungen und anderer Stakeholder auf digitale Bildung entwickeln (der Ruf nach Breitband, Technik und digitaler Infrastruktur) häufig vollkommen unfokussiert und von Heilsversprechen irregeleitet. Bildung(seinrichtungen), die den Fokus auf Hard- und Software, nicht aber auf ganzheitliche Transformationsprozesse legen, werden die Digitalisierung nicht mitgestalten, während sie gleichzeitig zutiefst davon überzeugt sind genau das zu tun. Oh, the irony.

Aus unseren Beobachtungen schließen wir, dass die (jungen) Menschen, um die sich unsere (digitalen) Bildungsbemühungen drehen, häufig in der Gefahr stehen sich selbst in Gedanken zu verlieren. “Lost in thought”. Gedankenverloren. Ein mündiger und kreativer Umgang mit Technologien (analogen und digitalen)  kann nicht aus einem gedankenlosen Umgang mit eben jenen Technologien selbst erwachsen. “Wir müssen die (jungen) Menschen dort abholen, wo sie stehen.” Das ist völlig richtig. Aber wo stehen sie eigentlich? Wir sehen Smartphones, Laptops und andere immersive Technologien mit denen sich die Jugendlichen beschäftigen. In denen sie aufgehen. Da sind sie. Da müssen wir hin. Vermeintlich. Das ist was wir sehen und aus dieser Beobachtung folgen klare Schlüsse und technologische Konsequenzen. “Die benutzen digitale Medien. Also müssen wir die auch benutzen. Und wir werden ihnen außerdem beibringen, wie man sie noch ganz anders, kollaborativer und kreativer einsetzen kann.” Das ist ein schwieriger Ansatz. Wir sehen nur was vor Augen ist und haben Schwierigkeiten damit, zu verstehen wo diese Menschen wirklich  stehen. Vielleicht weil wir selbst oft genug nicht wissen, wo wir uns eigentlich gerade aufhalten.

We are a deeply distracted people these days. The technology environment around us is a reflection of this state of consciousness that we are in. Which is this collective state of mind-wander. We spend huge amounts of time in our thoughts attached to our thoughts, driven by our thoughts, kept up at night by our thoughts, believing in many ways that we are our thoughts. We believe that we are that voice in our head. And now we have created Social Media, which is the outsourcing of our mind-wandering. And we are no longer just subjected to our own mind wandering but to that of all our friends, acquaintances and family.  (Mikey Siegel)

Die Verortung unseres Selbst, die Auseinandersetzung mit unserem eigenen Sein (Leidenschaften, Wünschen, Zielen) – das ist der Punkt an dem jeder Wandel beginnt. Auch der digitale. Bevor wir damit beginnen Technik anzuschaffen und mit ein paar bunten Apps nach Menschen zu werfen, muss es uns darum gehen ein Bewusstsein für uns selbst zu entwickeln. Das klingt tiefgründig und therapeutisch. Ist es auch. Bewusstwerdungsprozesse haben mit Innehalten, Hinschauen und Aushalten zu tun. Das sind Dinge, die wir nicht gewohnt sind. Dinge von denen wir irrigerweise angenommen haben, dass sie mit unserem beruflichen Leben nichts zu tun haben. Aber wenn es um die Gestaltung von Wandel und Transformation geht, dann müssen wir wohl oder übel bei uns selbst beginnen. Wenn wir den digitalen Wandel mitgestalten wollen, dann sind wir selbst nämlich von diesem Wandel betroffen und werden den Wandel nur soweit begleiten können, wie wir selbst bereit sind, in einen persönlichen Wandel einzutauchen.

Das Noetic Science Institute bietet im Internet kostenfrei einen Online-Kurs an, der “Nextgen Initiative – Consciousness for the Next Generation” heißt und sich mit dem (relativ) neuen Feld der Bewusstseins-Wissenschaften beschäftigt. Wir selbst sind begeistert von dem Kurs, den Perspektiven und können ihn nur jedem empfehlen, der/die sich selbst und ihre (digitale) Bildungsarbeit in Tiefe hinterfragen und verändern möchte.

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